Aktuelle Ausgabe

 

Holzbau in der Immobilienwirtschaft /

Bauen in Zeiten des Generationenwandels

Am 21. Dezember 2012 ist die Welt entgegen manch düsterer Prophezeiung zum Glück doch nicht untergegangen. Es gab kein abruptes Ende und keinen stürmischen Wechsel. Und doch ist spürbar, dass sich die Zeiten langsam, aber sicher ändern: Zum Beispiel im Holzbau. Das natürliche und traditionsreiche Material Holz war lange Zeit lediglich als Werkstoff für Dachkonstruktionen erste Wahl bei Investoren und Bauherren.

Doch in den letzten Jahren konnte sich die Bauweise mit Holz im Wohnungs- und Gewerbebau wieder erfolgreich etablieren, wenngleich in Deutschland auf bis dato noch niedrigem Niveau. Von Seiten der Vernunft ist der Konkurrenzkampf der Baustoffe in weiten Teilen mittlerweile sogar für den Baustoff Holz entschieden. Gegenwind kommt hingegen etwa aus Vorurteilen bezüglich Dauerhaftigkeit und Feuchteschutz im Holzbau. Auch die Tatsache, dass die Herstellungskosten bei mehrgeschossigen Wohngebäuden im Vergleich zu traditionellen Bauweisen derzeit im Schnitt um 10 % höher liegen, lässt manche Investoren und Bauherren noch zweifeln. Andererseits gleichen innovative Brandschutzkonzepte und neuartige Konstruktionen sowie Bauweisen wie die Modulbauweise viele bisherige Nachteile der Holzbauweise aus und optimieren deren Vorteile etwa in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz. Immobilienunternehmen, aber auch der öffentliche Wohnungsbau gestehen dem Holzbau angesichts dieser Tendenzen daher immer mehr Chancen zu.

Chancen bietet darüber hinaus eine andere Entwicklung, die nicht mehr aufzuhalten ist: der Generationenwandel. So werden in den nächsten zehn Jahren bis zu zwei Millionen barrierefreie Wohnungen, die mit einem Aufzug erschlossen sind, benötigt. Trotz eines Bestandes an 40,2 Millionen Wohnungen hierzulande verfügt Deutschland über lediglich 240 000 oder 0,6 % an barrierefreien Mietwohnungen, die insbesondere einen Aufzug vorweisen können. Entsprechend gefragt sind und werden in Zukunft Bauleistungen von Unternehmen sein, die den benötigten barrierefreien Wohnraum durch Um- oder Neubau schaffen. Die Richtlinien, die die Voraussetzungen dafür legen, gibt es bereits. Jetzt geht es nur noch darum, sie im Zuge des Zeitenwandels in gebaute Realität umzusetzen.

 

Inhalt der aktuellen Ausgabe

  • Vorwort

Holzbau in der Immobilienwirtschaft:

  • Zukunft Holzbau
  • Wohnungsbau mit Holz
  • Holzbau im öffentlichen Wohnungsbau
  • Holzbau im Gewerbebau
  • Verdichtetes Bauen mit Holz
  • Holzbau – Bauen mit System

Bauen im Generationenwandel:

  • Bauen in Zeiten des Generationenwandels
  • Mitten im Leben: Planen und Bauen für die Generation 50 plus
  • Barrierefreiheit und VDI-Richtlinien

 

Die Autoren dieser Ausgabe


Seit 2004 führt Laurent Brückner gemeinsam mit Susanne Brückner als Geschäftsführer das 1972 von Wolfgang Brückner in München gegründete Büro Brückner Architekten. Zu den Leistungen des international arbeitenden Unternehmens zählen vor allem Bürogebäude, Industrie- und Gewerbebauten, hochwertiger Wohnungsbau sowie städtebauliche Aufgaben. Brückner Architekten entwickeln für ihre Kunden maßgeschneiderte Architektur-Lösungen. Sie basieren auf einem ganzheitlichen Architekturverständnis, das die positive Wirkung der Gebäude auf Menschen, Unternehmen, Gesellschaft und Umwelt in den Vordergrund stellt. Die Bauten von Brückner Architekten stehen für eine neue Wertvorstellung in der Architektur.

Jens Eigner hat 1989 den Studiengang Bauingenieurwesen mit dem Abschluss Bauingenieur (FH) Hochbau beendet. Zuvor hatte er eine Ausbildung als Baufacharbeiter absolviert. Nach Tätigkeiten als Projektleiter in einem Baukonzern, als Büroleiter eines Architekturbüros und als Technischer Leiter eines Generalübernehmers hat er 2002 eine Position bei B&O Wohnungswirtschaft GmbH Chemnitz angetreten. Seit 2010 ist er in dem Unternehmen verantwortlich für die Entwicklung der Holzbauprojekte.

Christian Kaufmann wurde bei Kaufmann Holzbauwerk zum Bürokaufmann ausgebildet und ist heute Diplom-Fachwirt für Marketing & Management. Er blickt zurück auf diverse Vertriebstätigkeiten in unterschiedlichen internationalen Unternehmen in verschiedenen Branchen und leitet seit 2008 den Vertrieb und das Marketing der Kaufmann Bausysteme GmbH in Reuthe, Vorarlberg.

Dipl.-Ing. Christof Kerkhoff arbeitet seit 2011 als Technisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Verein Deutscher Ingenieure e.V (VDI) in der Fachgesellschaft Bauen und Gebäudetechnik. Dort ist er schwerpunktmäßig für die Betreuung des Fachbereiches Architektur und dessen angeschlossene Richtliniengremien zuständig – so auch für die Gremien zu den „Barrierefreien Lebensräumen“. Vor seiner Tätigkeit beim VDI war Herr Kerkhoff acht Jahre an der Westfälischen Hochschule und der Bundesanstalt für Straßenwesen beschäftigt.

Dipl.-Ing. Architekt Jürgen Koch gründete 1992 das Büro Koch Architekten 4green-Architecture, Düsseldorf. Er ist seit 2008 Mitglied der DGNB, GreenBuilding Endorser und seit 2010 Vorsitzender der VDI-Fachbereichs Architektur. Seit 2012 ist er Mitglied des Vorstands der GBG, Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik im VDI.

Hans-Otto Kraus: Nach dem Studium der Architektur an der TU München ab 1976 angestellter Architekt in einem Münchener Architekturbüro, Tätigkeitsschwerpunkte Sanierung und Krankenhausbau.1980 Wechsel in die Wohnungswirtschaft. Nach langjähriger Tätigkeit in einem kirchlichen Wohnungsunternehmen in Nürnberg in der Funktion als technischer Leiter und Geschäftsführer Wechsel zu einem kommunalen Wohnungsunternehmen in Aachen als technischer Vorstand, anschließend Übernahme der Alleingeschäftsführung eines Wohnungsunternehmens in Ost-Westfalen. Seit 2005 technischer Geschäftsführer der GWG Städtische Wohnungsgesellschaft München mbH.

Frank Löwentraut gründete zwei Betriebsgesellschaften der Rehabilitation und der stationären Pflege. Die amerikanische Gesellschaft expandierte innerhalb von zwei Jahren auf 8000 Betten, die deutsche Gesellschaft wuchs innerhalb von fünf Jahren auf 2600 Betten im Betrieb und 1400 Betten im Bau. Seit 2001 ist Löwentraut Geschäftsführer von Beratungsgesellschaften, die im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen Kliniken und Pflegeheime interimistisch betreiben. Die Avivre Consult ist mit über 5,0 Mrd. Euro Prüfungsvolumen bezogen auf die Immobilienwerte von Gesundheits- und Sozialimmobilien eines der führenden Beratungsunternehmen in Deutschland

Peter Schwehr, Rettungssanitäter, Polsterer und Architekt. Diplomstudium und Promotion an der Universität Stuttgart zum Thema Typologie und Wahrnehmung. Langjährige Geschäftsleitung des Nationalen Kompetenznetzwerks für Gebäudetechnik und Erneuerbare Energien (brenet) und Leiter der brenet-Themengruppe Bauerneuerung. Gründer und Leiter des Kompetenzzentrums Typologie & Planung in Architektur (CCTP) an der Hochschule Luzern Technik & Architektur und Professor mit Forschungsschwerpunkt Transformation von Gebäuden und Quartieren.

Univ. Prof. Dr.-Ing. Karsten Ulrich Tichelmann studierte Ingenieurwissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt und promovierte auf dem Gebiet der hybriden Tragsysteme im Leichtbau an der Technischen Universität München. Er ist Professor des Fachgebiets Tragwerksentwicklung und Bauphysik am Fachbereich Architektur der Technischen Universität Darmstadt und Mitglied in verschiedenen nationalen und internationalen Fachgremien sowie Vorstandsvorsitzender des Fördervereins der Bundesstiftung Baukultur e.V.

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Leseprobe 1-2 2013

Holzbau im öffentlichen Wohnungsbau: Erfahrungen der GWG München

Dipl.-Ing. Architekt Hans-Otto Kraus ist Technischer Geschäftsführer der GWG München. In dieser Funktion kann er über weitreichende Erfahrungen mit dem Holzbau berichten.

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